Hegemonie des hypermoralistischen Diskurses

MORAAAL!

“Beobachten Sie die typische Situation in einer abendlichen Polit-Talkshow. Derjenige Redner, der seine Position möglichst moralisch darstellt, der auf irgendwelche Ungerechtigkeiten hinweist, ist immer rhetorisch in der Vorhand. Und derjenige, der dann dagegenreden will, vielleicht mit sachlichen, mit nüchternen Argumenten, der wirkt fast automatisch unsympathisch. Das ist also der, der das kalte Herz hat, der nur analytisch an die Sache rangeht. Also, mit Moral zu operieren, bringt eben einen enormen rhetorischen Vorteil. Das bringt häufig Sympathien. Man wirkt eben menschlich. Man wirkt empathisch. Und demgegenüber tritt dann das Sachargument zurück.” Alexander Grau (Die neue Lust an der Empörung) im Gespräch mit Andreas Main auf DLF

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