Leitkultur

ECHO JAZZ 2018: And the Nominees are…

Berlin, 1. März 2018 – Die Jury hat entschieden: Wie der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) heute bekanntgab, gehören Fabian Arends, Hendrika Entzian und das BamesreiterSchwartzOrchestra als Newcomer zu den Nominierten des ECHO JAZZ 2018.

Darüber hinaus nominiert sind u.a. Louis Hayes, Parisien, Peirani, Schaerer & Wollny, Kinga Glyk, Tony Allen, Sebastian Studnitzky, Julian Wasserfuhr, Charlotte Greve, Brad Mehldau, Baptiste Trotignon, Omer Klein, Dee Dee Bridgewater und Cécile McLorin Salvant.

Die Nominierten im Überblick (in alphabetischer Reihenfolge) sind:

Facebook. Nur noch eine Farce.

Das bedeutendste Sammlungsobjekt des Naturhistorischen Museums in Wien und zugleich einer der berühmtesten archäologischen Funde der Welt ist die ca. 29.500 Jahre alte Venus von Willendorf.

Facebook hat ein Foto der Venus von Willendorf in den letzten Wochen mehrfach als “unangemessen” gesperrt. Eine Künstlerin hatte die Aufnahme zuvor vier Mal auf Facebook hochgeladen. Diese Abbildung wurde von dem inzwischen offenbar zur Gänze von kulturfremden Schichten kontrollierte Soziale Netzwerk als „gefährlich pornografisch“ zensiert. Man könnte fast vermuten, hier sind amerikanischer Puritanismus und orientalischer Unterdrückungswahn eine unheilige Allianz eingegangen.

Wenn Sie moralisch gefestigt sind, können Sie bei der Suchmaschine Google den Begriff “Venus von Willendorf” eingeben, mehr als 700.000 Fundstellen lassen Sie an der fraglos gefährlichen Verwerflichkeit der Figur teilhaben.

Meldung auf The Art Newspaper dazu.

Eintrag Venus von Willendorf auf Wikipedia

Gefährliche Pornografie im Internet: Was Sie zu sehen bekommen, wenn Sie bei Google nach der Venus von Willendorf suchen.

Zum 30. Mal: Techno-Classica Essen

30. TECHNO-CLASSICA ESSEN 2018 – die automobile Weltausstellung vom 21.* bis 25. März 2018

Essen, im Januar 2018. Vom 21. bis 25. März 2018 veranstaltet die S.I.H.A. zum 30. Mal mit der Techno-Classica Essen die erfolgreichste und besucherstärkste Klassik-Messe der Welt. Im Februar 1989 als erster großer deutscher Auto-Salon für Oldtimer, Liebhaber- und Sammlerfahrzeuge veranstaltet, war und ist sie oft kopiertes, aber nie erreichtes Vorbild für viele andere Veranstaltungen dieser Art. Mit regelmäßigen Modellpflege-Maßnahmen hat sie ihre Vorreiter-Rolle gehalten und sogar noch ausgebaut – und ist dennoch das unerreichte Original geblieben. Ihr Erfolgsrezept: Stets das Neueste aus der internationalen Szene als Auslese des Besten aus allen Gebieten des Klassik-Hobbys den Besuchern zu präsentieren.

Ein Schreib- oder Übertragungsfehler, gewiss.

Nicht jede Rechtschreibkorrektur kann sich in der Opernliteratur auskennen. Es kann nur eine solche verantwortlich sein; der Redakteur ist mir persönlich bekannt und über jeden Zweifel erhaben. Aber hübsch ist er doch, der Fehler, der sich in eine Meldung des des Belgischen Rundfunks BRF eingeschlichen hatte. Herrn Diavolo (das bin ich) amüsiert’s.

Mehr zur L’Opéra Royal de Wallonie im belgischen Lüttich hier.

Filmbericht über die Aufführung

Aufführung Manon Lescaut  von von Daniel-François-Esprit Auber – Opéra Royal de Wallonie mit Sumi Jo in der Titelrolle.

Unzucht im Mühlviertel!

Das Mühlviertel ist nicht nach dem bekannten Schweinigel Otto Mühl benannt, sondern, so weiß es Wikipedia,  “ist jener Teil Oberösterreichs, der nördlich der Donau liegt und zum Granit- und Gneishochland gehört.” Granit und Gneis, das klingt nach harten Tatsachen, wenn auch nur im Bereich Geologie. Dass von dort aus auch unzüchtige Bilder verbreitet werden, hätte man sich im Leben nicht denken können – doch Facebooks Sittenwärter haben überall ihre Augen offen. Also auch im Mühlviertel. Der in Putzleinsdorf (Bezirk Rohrbach) als Pfarrer wirkende Norbert Hanrieder, der zu den bedeutendsten Mundartdichtern Oberösterreichs gehörte – von ihm stammt auch die Mühlviertler Hymne – dürfte in seiner Gruft rotieren.

Warum nicht auch noch Sugarbabes?

Und da hob das Mädchen sein Hemdchen hoch und sammelte sich die Taler hinein und war reich für sein Lebtag. (Bild: Ludwig Richter)

Die Deutschen füttern inzwischen so viele hungrige Mäuler, da sollte auch noch etwas für junge, lernbegierige Damen abfallen. Laut einer Untersuchung einer Datingagentur , die sich auf das Zusammenführen süßer älterer Herren mit süßen jungen Damen spezialisiert hat, lassen sich derzeit in Deutschland 15.000 Studentinnen von so genannten Sugardaddys finanziell und auch sonst irgendwie unter die Arme greifen. Das sei ein Anstieg von 2016 auf 2017 um fast 150 Prozent.

Wen und was solche Beziehungen mit sich bringen, kann man auf der Website der Agentur lesen: “Real gentlemen who don’t play games.” Also kein Backe Backe Kuchen Langweiler. “Established Sugar Daddies offer valuable guidance for long-term stability.” Lange Beziehungen mit etablierten, erfahrenen Süßholzrasplern; das verschafft der angehenden Wissenschaftlerin ohne Frage Planungssicherheit.

Man könnte das Thema für leicht schlüpfrig halten, aber selbst grundsolide Medien wie die WELT und das ZDF haben bereits darüber berichtet, die Liste der Berichte auf der Website der Agentur ist schier endlos.

Doch wir können nur warnen, denn es gibt dunkle Schattenseiten: Zu den angeblichen Vorteilen für Sugarbabes gehören nämlich  “Indulge in shopping sprees, expensive dinners, and exotic travel vacations” – und da muss doch wohl laut gefragt werden:  Bleibt denn da noch viel Zeit fürs Studieren? Die Antwort lautet natürlich NEIN! Und alleine aus diesem Grund können wir dieses Ernährungsmodell nur strikt ablehnen. Die Mädels sollen weiter Diät halten und ihr Studium in kurzer Zeit absolvieren! Basta.

Bosch Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival. Veranstaltung mit hohem Erlebniswert für die ganze Familie

• Von 20. bis 22. April spektakulärer historischer Rennsport mit 16 Serien
• Rahmenprogramm mit Spaßfaktor für die ganze Familie
• Zugang zu Fahrerlager/Boxen für Zuschauer frei
• Der tragische Unfalltod von Jim Clark jährt sich am 7. April zum 50. Mal

Die „Bosch Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival“ ist eine in vielerlei Hinsicht außergewöhnliche Veranstaltung. Vom 20. bis 22. April empfängt sie die Besucher mit offenen Armen am Hockenheimring Baden-Württemberg: freier Zugang zum Fahrerlager, keine Security vor den Teamgaragen, Open House im Kongress-Pavillon zur großen Jim-Clark-Ausstellung. Auch auf dem Boxendach sind alle willkommen. Dort locken Stände mit Devotionalien rund um den historischen Rennsport, Spiele für Kinder – und eine Party mit Live-Musik. Eine Attraktion ist auch das Markenclubareal mit seinen ungezählten Liebhaberfahrzeugen. Der Veranstalter setzt alles daran, dass die Besucher das „Erlebnis historischer Rennsport“ einfach nur genießen können. Im Vorjahr kamen knapp 20.000 – darunter auffallend viele Familien.

Musik zum Flüchten.

Seit Jahren ist Deutschland die Lach- bzw. Nullnummer beim European Song Contest. Auch für diesen Mai sieht es dank eines farblosen Kandidaten wieder einmal nach Germany: Zero Points aus. Dabei hätten wir seit Jahren eine Truppe zur Hand, die es locker auf fünf Pünktchen bringen könnte. Alleine schon für ihren nicht zu schlagenden Unterhaltungswert. Grund genug also, die Combo Five for Refugees wieder einmal aus dem Vergessen zu reißen. Bitte nur mit absolut dichter Gummihose schauen. Es ist einfach zu schön!

Je älter, desto besser – H.Upmann Robustos Añejados

Auch wenn es dabei um „alte“ Cigarre geht – Habanos Añejados – auf Deutsch „reifegelagerte Havanna-Cigarren“ – ist ein noch recht junges Produktkonzept von Habanos. Im Jahr 2015 erschienen erstmals zwei Formate in dieser Reihe, Romeo y Julieta Pirámide und Montecristo Churchill Añejados. Ein Jahr später folgten mit Partagás Coronas Gordas und Hoyo de Monterrey Hermosos No.4 zwei weitere Añejados. Nun kommt mit den H.Upmann Robustos Añejados die Fortsetzung.

Mindestens fünf Jahre reifen diese vollständig von Hand gefertigten Cigarren unter perfekten Bedingungen, bevor sie auf den Markt kommen. Einzigartig an diesen Cigarren ist jedoch nicht nur die Tatsache, dass sie reifelagert sind. Auch die Formate machen sie zu etwas Besonderem, denn sie sind nicht Bestandteil des Standardsortiments der Marken. Robustos der Marke H.Upmann wurden bisher nur zweimal angeboten: in der Edición Limitada 2012 und in einem Reisehumidor, exklusiv für Duty-Free und Travel Retail, die beide unter Aficionados großen Anklang fanden.

OTTO. Die Ausstellung

Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst
26.4. – 2.9.2018

In diesem Sommer wird Otto Waalkes, der wohl beständigste deutsche Komiker, unglaubliche 70 Jahre alt. Seit langen Jahren hat er eine besondere Beziehung zu Frankfurt und hier speziell zu einigen Mitgliedern der Neuen Frankfurter Schule.

Das Caricatura Museum nimmt den runden Geburtstag daher zum Anlass, das bildnerische Werk Ottos auszustellen.

Otto Waalkes, geboren am 22.7.1948 in Emden, ist den meisten Menschen im deutschlachenden Raum als Film-, TV- und Bühnen-Komiker vertraut. Viele seiner Produktionen habe sich ins kollektive Gedächtnis mehrerer Generationen geschlichen und sind, etwas anspruchsvoller ausgedrückt, Klassiker geworden. Weniger bekannt ist, dass er 1970 an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg ein Kunstpädagogikstudium aufnahm.

Seine Leidenschaft fürs Zeichnen wurde durch amerikanische Comics geweckt. Bereits als Schüler erschuf er den Ottifanten, ein mutiertes Selbstportrait zu dem Rüssltier, das bis heute sein optisches Markenzeichen geblieben ist. Sein Kunststudium bei Hyper- und Surrealisten wie Hans Tiemann und Konrad Hausner führte ihn zwangsläufig zur altmeisterlichen Schichtenmalerei und penibel ausgeführten Ölbildern.

Ottos Erfolg als Bühnenkünstler drängte freilich den bildenden Künstler rasch in den Hintergrund. Hatten die Auftritte in diversen Clubs zunächst dazu gedient, sein Kunststudium zu finanzieren, wurden sie bald zum Selbstzweck. Bereits 1972 wird aus seinem ersten großen Solo-Auftritt seine erste LP „OTTO live“, die eine für Deutschland völlig neue Form der Komik populär macht: ein neues Tempo, neue Pointen und eine neue Form der Präsentation. Der Begriff „Stand-up-Comedian“ war damals genauso neu und unerhört wie das, was Otto Waalkes daraus gemacht hat.

Dennoch ließ er das Zeichnen nie sein, seine Plakate und Platten-Cover gestaltete Waalkes stets selbst. Einen näheren Einblick in sein Schaffen als komischer Zeichner erhielt die Öffentlichkeit Anfang der achtziger Jahre im „Buch OTTO“, in dem er neben den Texten seiner Shows auch selbstgezeichnete Bilderwitze und Cartoons präsentierte.

Wenn also die bildende Kunst keinen ganz unerheblichen Anteil an Otto Waalkes Schaffen hatte, so ist sie doch erst seit den 2010er Jahren wieder mehr in den Blickpunkt gerückt. Seine Gemälde sind ein Parforceritt durch die Kunstgeschichte, in dessen Verlauf Waalkes sich der unterschiedlichen malerischen Techniken bedient – je nachdem, welchen bekannten Meister er sich gerade vornimmt. Dabei wird sichtbar, dass hier kein Anfänger am Werk ist, der im Rentenalter ein neues Hobby entdeckt, sondern ein Könner, der nun dem bildnerischen Gestalten mehr Zeit widmen möchte als bisher. Das Ganze bleibt trotzdem eine Unverschämtheit – doch wer hätte von Otto anderes erwartet?

In der Ausstellung werden mehr als 200 Werke zu sehen sein, sowohl von seinen älteren Zeichnungen als auch von seinen aktuellsten Bildern.

Caricatura Museum Frankfurt
Museum für Komische Kunst
Weckmarkt 17, D-60311 Frankfurt am Main, Tel.: +49 (0) 69 212 301 61
caricatura.museum@stadt-frankfurt.de
www.caricatura-museum.dewww.facebook.com/caricaturamuseum