Uncategorized

Achtundsechziger Generation – Eine Abrechnung

 

Von Hans Wulsten

Nach historisch-wissenschaftlicher Definition gehöre ich zur 68iger Generation. Die feiert gerade ihr 50jähriges Bestehen. Ob die einzelnen Mitglieder dieser Bewegung feiern weiß ich nicht, aber die Medien feiern und bieten allerlei Historiker und „neue“ Erkenntnisse auf. Nun will ich mal versuchen die mit meinen Erinnerungen abzugleichen, schließlich war und bin ich Zeitzeuge.

Vielleicht ist es sinnvoll sich zunächst der Begrifflichkeit zu nähern. Da war der Vorwurf, dass die Zeit nach dem Kriege miefig und muffig gewesen sei, autoritär und verstockt, der gesamte Lehrbetrieb und die gesamte Nachkriegsgesellschaft. „Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren“ war schon damals eine Lüge. Sie unterschlug das Wartburgfest, das Hambacher Fest, den 18. März 1848 in Berlin und natürlich komplett die Weimarer Republik. Die Presse machte daraus ein Auflagenfest, aber das Transparent blieb nichts weiter als eine Leerformel. So miefig kann es nicht gewesen sein, sonst hätten mein Vater und meine Onkel ihre Uniabschlüsse nicht mit „summa cum laude“ gemacht. Außerdem führten meine Eltern schon 1948 eine Studentenehe, dem Dekan Ernst von Herrath bekannt und von den Vorgesetzten gefördert.

Lesenswertes der Anderen.

Joachim Steinhöfel

“Der restringierte Code von Merkel, die Sprache bildungsferner Schichten, das sprachliche Niveau einer 10jährigen, ihre kurzen, grammatisch einfachen, häufig unvollständigen Sätze, sowie die begrenzte Anzahl von Adjektiven und Adverbien sind eine Zumutung für jeden Mittelschüler, der ein Telefonbuch aufschlagen kann.”

Merkel und das Netz-DG: Das Gestammel einer unaufrichtigen Frau

Oliver Zimski

“Als tapferer Dauerhörer und Nachrichten-Junkie hast du gelernt, zwischen den Zeilen zu hören. Du riechst förmlich die Angst der RBB-MitarbeiterInnen, die immer weiter nach rechts driftende Realität könnte in ihre gemütliche Filterblase einbrechen und ihre schöne linksgrüne Welt beschmutzen, in der sich – außer den immer zahlreicher werdenden Rassisten, Hetzern und Fremdenfeinden – alle Menschen lieb haben und Ringelreihen tanzen.”

http://www.achgut.com/artikel/selbstgespraeche_sind_die_besten_interviews

 

Wolfram Ackner

Politstroh zu Gold spinnen

Archi W. Bechlenberg

“Ein Klavier schien mir in meiner frühen Kindheit wie selbstverständlich zu jeder Wohnungseinrichtung zu gehören. Bei uns stand ein schwarzes Piano von Bechstein im Herrenzimmer, und es stand nicht nur da, es wurde auch oft und gerne gespielt. Vor allem meine Mutter, die wohl über den Krieg einen dicken Stapel Noten gerettet hatte, ließ die Tasten erklingen, und das durchaus souverän.

Mir als Kind gefielen die Melodien, die die Mutter spielte, ausgesprochen gut, was wohl daran lag, dass ihr Repertoire nicht aus klassischen Werken bestand, sondern aus Schlagern ihrer Jugend. Also alles von Friedrich Hollaender, Lothar Brühne, Michael Jary, Peter Kreuder, Peter Igelhoff oder Theo Mackeben, und sie sang auch dazu und konnte pfeifen wie Ilse Werner. Leichte Kost somit, die mir, dem Vorschulkind, angenehm in den Ohren klang.

Mein Vater beherrschte das Instrument ebenso, überließ die abendliche Unterhaltung aber lieber meiner Mutter, und gegen Ende der 1950er Jahre hielt dann das erste Fernsehgerät im Haus Einzug. Das Klavier blieb zwar stehen, doch nun meist mit zugeklapptem Deckel.”

http://www.achgut.com/artikel/das_antidepressivum_zum_sonntag_tastend_durchs_leben

 

Alexander Wendt

“Industriebashing gehört zu den bevorzugten Tätigkeiten von Journalisten, vor allem dann, wenn sie Deutschland vom Berliner Zentrum aus beschreiben. Die ganze Stadt dient bekanntlich als Beweis dafür, dass Produktionshallen und Schornsteine für die Wertschöpfung kaum nötig sind.”

Ökonomisches Feuilleton

F.W. Bernstein zum 80. Geburtstag

Das Caricatura Museum Frankfurt gratuliert dem Zeichner, Lyriker, Satiriker und Professor F.W. Bernstein zum 80. Geburtstag

F.W.Bernstein, Ausstellungseröffnung am 13. März 2013

„Die schärfsten Kritiker der Elche / waren früher selber welche“ – als Schöpfer dieses Zweizeilers ist F.W. Bernstein, alias Fritz Weigle, der geistige Stifter des Elchs, der zum Wappentier der Neuen Frankfurter Schule wurde und als Denkmal vor dem Caricatura Museum Frankfurt steht. Ewigen Ruhm erwarb er sich aber nicht nur mit seiner komischen Lyrik, sondern auch mit seinem unüberschaubar großen und vielgestaltigen zeichnerischen Schaffen.

F.W. Bernstein wurde am 4. März 1938 als Fritz Weigle in Göppingen geboren. Nach dem Abitur 1957 studierte er an der Stuttgarter Kunstakademie und an der Hochschule der Künste Berlin.

Seit 1964 war F.W. Bernstein als Redakteur bei Pardon tätig. Dort war er zusammen mit Robert Gernhardt und F.K. Waechter für die Pardon-Beilage Welt im Spiegel (WimS) verantwortlich und kultivierte hier den Nonsens in Text und Bild.

Neben seiner satirischen Tätigkeit ging Bernstein als Lehrer in den Schuldienst und später als Akademischer Rat an die Universität Göttingen. Stets war er Förderer und guter Lehrer junger Zeichner. 1984 gipfelte dies in die Berufung auf die weltweit einzige Professur für Karikatur und Bildgeschichte nach Berlin. Von dort aus versorgt er, nebst diversen eigenen Publikationen, u.a. das 1979 gegründete endgültige Satiremagazin Titanic mit seinen Reimen und Zeichnungen, die sich in einer außerordentlichen Vielseitigkeit in Stil und Material ausdrücken. Oliver Maria Schmitt schreibt über den Lyriker und Hochkomiker: „Er lässt sich gern von seinem Strich entführen, von der Feder in die Ferne tragen. Komik und Kunst machen sich selbständig, ohne Hinter- oder gar Verwertungsgedanken, manches bleibt erratisch, verschroben, schleierhaft.“

Mehr als 3.000 Zeichnungen von F.W. Bernstein befinden sich in der Sammlung des Caricatura Museums Frankfurt. Gezeigt werden seine Bilder in seinem Kabinett in der Ausstellung „Die Zeichner der Neuen Frankfurter Schule“, der Dauerausstellung des Caricatura Museums mit zwei Mal jährlich wechselnder Hängung.

F.W. Bernstein lebt und arbeitet in Berlin.

2003 erhält F.W. Bernstein den Göttinger Preis für Satire „Göttinger Elch“ (benannt nach
seinem Zweizeiler), sowie im gleichen Jahr den Preis der Binding-Kulturstiftung in Frankfurt
am Main.

2007 verleiht ihm die Stadt Göppingen den Heinrich-Schickhardt-Preis.

2008 folgen der Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor, der Wilhelm-Busch-Preis und
der Hans Platschek Preis für Kunst und Schrift.

2011 erhält er den Deutschen Karikaturenpreis für sein Lebenswerk.

2018 verleiht ihm die Stadt Hanau den Ludwig Emil Grimm-Preis für Karikatur.

Die Preisverleihung des Ludwig-Emil-Grimm-Preises und der 80. Geburtstag von F.W.  Bernstein sind Anlass für die umfangreiche Sonderausstellung der Stadt Hanau in  Zusammenarbeit mit dem Caricatura Museum Frankfurt, die ab dem 15. März 2018 in der  Galerie des Historischen Museums Hanau Schloss Philippsruhe gezeigt wird.

Caricatura Museum Frankfurt
Museum für Komische Kunst
Weckmarkt 17, D-60311 Frankfurt am Main, Tel.: +49 (0) 69 212 301 61
caricatura.museum@stadt-frankfurt.de
www.caricatura-museum.de – www.facebook.com/caricaturamuseum